Hilfe und Unterstützung wird besonders jetzt gebraucht – Angebote der Caritas für die Menschen
Wer kein Einkommen hat, kann auch für Krisenzeiten schlecht vorsorgen. Schon aus dieser Tatsache wird deutlich, dass Menschen, die von Armut betroffen sind, in diesen Tagen vor besonderen Herausforderungen stehen. Sie mussten schon vorher bei jedem Einkauf rechnen und kostengünstig einkaufen und jetzt, da in vielen Lebensmittelmärkten die preiswerten Alternativen ausverkauft sind, stehen sie vor großen Problemen. Daher ist es nicht verwunderlich, das sich in den letzten Wochen die Anfragen nach Hilfe bei der Caritas vermehrt haben und die Menschen sich Sorgen machen wie sie diese Zeit überstehen sollen. „Wir sehen gerade vielfältige Problemlagen bei den Menschen, die sich an uns wenden. Finanzielle Engpässe zum Beispiel durchKurzarbeit oder noch fehlende Leistungen des Jobcenters gehören ebenso dazu wie psychische Belastungen von Einzelnen und Familien durch die ungewohnt lange Zeit in engen Wohnverhältnissen“ so Michaela Polanz, die Leiterin des Caritas-Zentrums.
Die Corona-Maßnahmen haben aber auch ihre Auswirkungen auf die Arbeit der Caritas. So musste die Arbeit in den letzten Wochen zum Schutz der Mitarbeitenden, der Klienten und der Ehrenamtlichen komplett umgestellt werden. Nichtdestotrotz wollen die Mitarbeiterinnen für die hilfesuchenden Menschen auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten da sein und sie unterstützen. Wie in den meisten Organisationen wurden die hauptamtlichen Mitarbeitenden ins Homeoffice geschickt. Alle Anfragen von Klienten werden an die jeweiligen Fachmitarbeiter weitergeleitet und die Beratung per Telefon oder Mail durchgeführt. Vor Ort gibt es einen Notdienst, der dies alles organisiert und in Ausnahmefällen unter Beachtung der Schutzmaßnahmen auch einmal einen persönlichen Kontakt erlaubt. Die Klienten werden gebeten, nicht persönlich vorbeizukommen, sondern zuerst anzurufen. Die ehrenamtlichen Dienste wurden stark zurückgefahren, da es dort überwiegend zu sozialen Kontakten kommt und viele Ehrenamtliche zur gefährdeten Zielgruppe gehören. Im alltäglichen Tun spielt sich diese neue Form der Arbeit und Arbeitsorganisation immer besser ein, auch wenn es mehr Zeit erfordert.
Gerade in der Schwangerenberatung sind die Anfragen hoch. Eine Schwangerschaft ist ein freudiges Ereignis, aber kann auch zu Verunsicherung und Existenzängsten führen. Gerade diese Frauen brauchen eine zusätzliche Unterstützung, da die Corona-Krise zu weiteren Überforderungen und seelischen Belastungen führen kann. Dies betrifft nicht nur die Schwangere, sondern die ganze Familie. „Wir versuchen durch telefonische Beratung die Schwangere und ihre Familie soweit es geht zu unterstützen und ihr einige Sorgen und Ängste abzunehmen“ so Karima Azemal, eine der Beraterinnen. So erhalten die Klientinnen Hilfe bei drohenden Stromsperren oder bei Anträgen für die Babyerstausstattung. Zudem gehen viele Fragen zum Thema Kindergeld, Kinderzuschlag und Elterngeld ein, da viele der Frauen momentan in Elternzeit nach der Geburt des Kindes sind und durch die Kurzarbeit der Männer die finanziellen Auswirkungen große Sorgen bereiten. Sorge bereitet im Moment auch die Situation vieler Familien mit Schulkindern, die zuhause weder Internet noch Laptop und Drucker haben, alles Dinge, die man in Zeiten von Home-Schooling dringend braucht. Und selbst wenn das da ist, kann bereits der höhere Verbrauch an Druckerpatronen das Familienbudget stark belasten.
„Wir werden aber auch weiterhin versuchen, auf neue Situationen mit guten Lösungen zu reagieren,“ so Michaela Polanz. Die Caritas bleibt für alle erreichbar, die Hilfe und Unterstützung benötigen.
Kontaktdaten: Das Caritas-Zentrum Reutlingen ist telefonisch (07121/1656-0) und per mail (reutlingen@caritas-fils-neckar-alb.de) sowie unter www.caritas-fils-neckar-alb.de erreichbar:
Montag bis Donnerstag: 9:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 15:00 Uhr
Freitag von 9:00 - 13.00 Uhr