"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht" dieses Zitat von Franz Kafka beschreibt gut die Motivation vieler unserer Teilnehmer*innen an den DART-Kursen - Digitalisierung im Alter in Reutlingen. Teilhabe an der Gesellschaft ist in der momentanen Corona-Pandemie ohne digitale Endgeräte schwierig geworden. So haben sich ca. 60 Senior*innen aufgemacht ihr Wissen und Können am Smartphone aufzubauen, zu erweitern und damit aktiv und selbstbestimmt durch unsere digitale Welt zu kommen.
Teilhabe an der Gesellschaft ist ein zentrales Anliegen der Caritas. Ob jung oder alt, jedem sollte die Möglichkeit eröffnet werden ein Teil dieser Gesellschaft zu sein und sie aktiv mitzugestalten. Um auch generationsübergreifende Teilhabe und Austausch sicherstellen zu können, ist es wichtig, dass ältere Menschen mit den Kindern und Jugendlichen sowohl in ihrer eigenen Familie als auch im Freundes- und Nachbarschaftskreis auf Augenhöhe in Kontakt bleiben können. Die Digitalisierung bietet hierbei zahlreiche neue Möglichkeiten und vereinfacht die Kommunikation durch Smartphone oder Tablet sehr. Allerdings nur, wenn man mit ihnen umzugehen weiß. Dabei wollen wir als Caritas unterstützen und gemeinsam mit den Teilnehmer*innen ihre Teilhabe stärken.
Zum Überleben ist das Smartphone zwar nicht notwendig, jedoch kann es das Leben einfacher und bunter machen. "Ich wollte ein Foto machen, aber jedes Mal, wenn ich die Kamera öffne, sehe ich mich selbst wie im Spiegel und sehe dabei nicht besonders vorteilhaft aus" erklärt eine Teilnehmerin der Kursleiterin. Was für erfahrene Smartphone-User ein leicht zu lösendes Problem ist, kann zur großen Herausforderung für unerfahrene User werden. Solche und ähnliche Fragestellungen werden in den DART-Kursen bearbeitet. In kleinen Gruppen von 4-5 Personen wird individuell auf die Kompetenzen und schon vorhandenen Fähigkeiten eingegangen und in der Gruppe zusammen Neues entdeckt, wie beispielsweise die Online-Terminvereinbarung beim Arzt. Unser Ziel ist es das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Dabei werden wir finanziell von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert, um dieses Angebot machen zu können.
Die digitalen Möglichkeiten sind vielfältig - Fahrkarten und Eintrittskarten bestellen, Fotos machen und verschicken, über das eigene Hobby recherchieren, sich im handwerklichen oder gesundheitlichen Bereich Tipps holen, Videogespräche mit den weit entfernten Kindern und Enkeln oder dem Arzt führen und sie dabei sehen können. Das alles erweitert die eigenen Möglichkeiten, erleichtert Kontakte und sorgt für gesellschaftliche Teilhabe. Auch hat die Corona-Pandemie für eine Beschleunigung der digitalen Prozesse in der Gesellschaft geführt, ob es nun das digitale Impfzertifikat oder die Corona-Warn-App ist. Ohne diese Anwendungen ist es schwierig beispielweise einkaufen zu gehen, denn der analoge Impfpass wird weitestgehend nicht mehr anerkannt. Insofern tragen die Kurse nicht nur zur Erhöhung, sondern zur Erhaltung der Lebensqualität bei.
Das Projekt wäre aber nicht möglich ohne die ehrenamtlichen Digitalpat*innen, die durch ihre gelebte Solidarität Hilfe und Unterstützung bieten. So konnten viele Senior*innen von den Einführungskursen profitieren und bewegen sich sicher im Internet und haben ihr Smartphone jetzt gut im Griff. Darüber hinaus finden Teilnehmer*innen der Kurse durch die Ehrenamtlichen und die Mitarbeiterin der Caritas bei aufkommenden Fragen immer einen kompetenten Ansprechpartner*in.
Die Kurse und das Angebot haben eine sehr positive Resonanz gefunden und werden daher auch im Jahr 2022 weiterverfolgt und ausgebaut. Das Thema Digitalisierung und vor allem die Teilhabe von möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, muss daher ein wichtiges Thema der Caritas bleiben und ausgebaut werden, damit möglichst wenig Menschen in unserer Gesellschaft abgehängt werden.