In Esslingen, Kirchheim und Nürtingen setzen sich Ehrenamtliche für die Mitmenschen vor Ort ein. Die Ehrenamtlichen bieten zu zweit wöchentlich Sprechzeiten an, hören Ratsuchenden zu, urteilen nicht vorschnell über die Lebenssituation der KlientInnen und versuchen mit Verständnis und Geduld gemeinsam einen Weg aus der Notlage zu finden. Sie hören zu, bringen ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein, vermitteln ggfs. ins Hilfenetzwerk weiter, helfen beim Formulieren von Briefen, ordnen Unterlagen und können zu Ämtern und Behörden begleiten. Durch die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsmodulen erwerben die Ehrenamtlichen das nötige Handwerkszeug. Hauptamtliche MitarbeiterInnen der Caritas und der Kirchengemeinde begleiten und unterstützen die ehrenamtlichen BeraterInnen.
Esslingen
Menschen in Notsituationen können sich seit 2006 an die Orte des Zuhörens in Esslingen wenden. Vier Standorte stehen den Ratsuchenden zur Verfügung. Im Jahr 2017 engagierten sich 24 Ehrenamtliche im Alter von 23 bis 77 Jahren. Sie „schenkten“ den Ratsuchenden rund 600 Stunden Zeit und begleiteten KlientInnen auch außerhalb der Sprechstunde. 320 Hilfesuchende nahmen das Angebot im Jahr 2017 wahr, davon waren 115 Folgekontakte. Materielle Not, Fragen rund um ALG II, Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden, Wohnungssuche bis hin zu Schulden bilden die Schwerpunkte der Beratungen.
Familiensprechstunde
Seit September 2016 wird die Familiensprechstunde angeboten, um gezielter auf Familienthemen einzugehen. Im Jahr 2017 fanden insgesamt 35 Sprechstunden statt, die von sieben Ehrenamtlichen abwechselnd im Tandem durchgeführt worden sind. Es wurden insgesamt 59 Hilfsanfragen registriert, davon waren 22 Folgekontakte. Das Angebot wurde vor allem von Alleinerziehenden und Familien, die von ALG II oder einem geringen Einkommen leben, wahrgenommen. Die häufigsten Anliegen der ratsuchenden Familien befassten sich mit materieller Not (43), der Ausfüllhilfe für die Kinderstiftung (43), Fragen rund um ALG II (33) und Wohnen (13) sowie mit Fragen zu staatlichen Leistungen (9).
Kirchheim
Die Orte des Zuhörens bestehen seit 2013 in Kirchheim. Vier Ehrenamtliche waren 2017 auf Abruf im Einsatz. Menschen in Not treffen auch hier auf qualifizierte ZuhörerInnen, die sich Zeit nehmen und gemeinsam mit den Betroffenen mögliche Schritte zur Problemlösung erarbeiten. Um mehr Menschen zu erreichen, tüftelt das Team an Neuentwicklungen des bisherigen Engagement-Modells. Durch den Abschied des begleitenden Diakons musste nach der Sommerpause eine Übergangslösung geschaffen werden. Die Gesamtkirchengemeinde reagierte mit dem Einsatz einer fachlich versierten Mitarbeiterin, die stellvertretend bis zur Neubesetzung der pastoralen Stelle die Orte des Zuhörens in Kirchheim begleitet. Gleichzeitig wurden auch interne organisatorische Abläufe optimiert wie z.B. eine leichtere Kontaktaufnahme über das Pfarramt und eine eigene Emailadresse der Orte des Zuhörens. Durch regelmäßige Berichterstattungen in der lokalen Presse soll das Angebot weiterhin öffentlich präsent gemacht werden.
Nürtingen
Seit 2011 werden in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Nürtingen die Orte des Zuhörens angeboten. So lautet der Titel des Flyers. Damit wird veranschaulicht, wie schwer es oftmals sein kann über seine Sorgen und Probleme zu sprechen. Die Ehrenamtlichen erhoffen sich durch gezielte Werbung und Präsenz in der Öffentlichkeit eine Steigerung der Angebotsnachfrage. Mit der Besetzung eines neuen Pfarrers vor Ort wird das Team künftig wieder neben der Begleitung der Caritas auch pastoral unterstützt.