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Stand: 10.05.2019

Pressemitteilung

Wohnraumoffensive

Bezahlbarer Wohnraum für alle

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Nicht nur arbeitslose Menschen und anerkannte Flüchtlinge, sondern auch Alleinerziehende, Senioren und Familien mit geringem Einkommen tun sich heutzutage schwer bei der Wohnungssuche. Diesem Problem nehmen sich jetzt die Stadt Geislingen an der Steige, die Caritas Region Fils-Neckar-Alb und die Katholische Gesamtkirchengemeinde Sankt Maria gemeinsam an. Ziel des Projekts „Türöffner“ ist es, leerstehende, bezahlbare Wohnungen, die nicht auf dem normalen Immobilienmarkt angeboten werden, zu finden und dafür passende Mieter auszuwählen.

„Überraschenderweise gibt es trotz Wohnungsnot immer noch einige verfügbare Wohnungen“, sagt Sven Jaissle, Leiter für Wirtschaft und Finanzen bei der Caritas-Region Fils-Neckar-Alb. „Dabei handelt es sich beispielsweise um Einliegerwohnungen, in die zu einem späteren Zeitpunkt Kinder oder Enkel einziehen sollen, die jetzt aber leer stehen, oder es sind Wohnungen in Zweifamilienhäusern, in denen nur eine Wohnung bewohnt wird, weil die Eigentürmer Angst haben, dass sie ihre Räume in einem schlechten Zustand zurückbekommen oder sie mit dem Mieter nicht auskommen.“

Für solche Eigentürmer ist das Projekt „Türöffner“ ideal. Das Projekt wird von der Caritas geleitet. Caritas, Kirche und Stadt suchen gemeinsam nach geeigneten Wohnungen. Die Vermittlungsstelle der Caritas führt Vermieter und Mieter zusammen. „Wir schauen genau, dass beide Parteien zusammen passen“, sagt Lisa Kappes-Sassan, Leiterin der Caritas Region Fils-Neckar-Alb. „Viele Menschen, die als Mieter infrage kommen, kennen wir bereits aus unserem bestehenden Angebot in Geislingen wie dem Familientreff, der Lebensberatung oder dem Tafelladen. So können wir das ganz gut einschätzen.“

Die Stadt Geislingen kümmert sich um die Erstellung der Mietverträge, unterstützt das Projekt bei der Öffentlichkeitsarbeit und hält eine Risikorücklage als Sicherheit für Mietausfälle sowie Mietschäden bereit. „Das hat der Gemeinderat im Mai 2019 einstimmig beschlossen“, sagt Rudi Ebert, Integrationsbeauftragter der Stadt Geislingen. „Die Rücklage ist aber wirklich nur für den Notfall“, ergänzt Lisa Kappes-Sassano von der Caritas. „Wir versuchen Vermieter und Mieter so gut zu betreuen, dass es gar nicht erst zu Streitigkeiten kommt. Das klappt erfahrungsgemäß sehr gut, wie wir bereits in anderen Landkreisen wie etwa in Ludwigsburg oder Bodensee-Oberschwaben sehen, in denen ähnliche Projekte laufen.“

Anfang August 2019 kam bereits der Bewilligungsbescheid für das Projekt. „Damit bekommen wir jetzt Gelder aus dem Förderfonds ‚Bezahlbarer Wohnraum‘ der Diözese Rottenburg-Stuttgart“, sagt Lisa Kappes-Sassano. „Im nächsten Schritt werden wir die Vermittlungsstelle personell besetzen, nach geeigneten Räumlichkeiten für eine Sprechstunde in Geislingen suchen und auch die Sprechstundenzeiten festlegen.“ Ab September soll es dann losgehen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre begrenzt.

„Langfristig wollen wir Strukturen und ein Netzwerk aufbauen, um noch mehr Menschen zu helfen“, sagt Lisa Kappes-Sassano. „Ich sehe das Projekt als eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Die Mieter freuen sich über eine schöne, bezahlbare Wohnung; bei den Vermietern handelt es sich vermutlich häufiger um ältere Menschen, die allein leben. Somit hätten sie im Notfall jemanden, der ihnen helfen kann. Das gibt eine gewisse Sicherheit.“

Haben Sie eine freie Wohnung, die Sie für dieses Projekt zur Verfügung stellen möchten? Dann melden Sie sich gerne jetzt bereits bei Rudi Ebert von der Stadt Geislingen an der Steige oder bei Sven Jaissle von der Caritas.

 

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